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Das Gesicht reinigen wir nicht nur, um sauber auszusehen! Wir bereiten die Haut auch auf die weiteren Pflegeschritt vor. Die natürlichen Hautfunktionen können durch häufigen Kontakt mit Wasser und der Verwendung von Reinigungsprodukten, die nicht pH-Wert-optimiert sind, gestört werden. Das bedeutet z.B.:

  • Verschiebung des Haut-pH-Wertes.
  • Entfernung des Hydrolipidfilms
  • Störung der Barrierefunktion und
  • Veränderung der Hautflora

Optimal zur Reinigung und gleichzeitigen Erhaltung des hautschützenden Hydrolipidfilms sind Produkte mit hautphysiologischem pH-Wert und rückfettenden Komponenten.

Was passiert, wenn ich „nur“ Wasser nutze?
Der pH-Wert von Wasser beträgt oft weit über 7,0, was als neutral bezeichnet wird. Chemische Produkte bzw. Lösungen mit Werten, die kleiner sind als 7,0 werden als sauer bezeichnet, Werte größer als 7,0 sind alkalisch. Ein pH-Wert von 7,0 liegt jedoch weit über dem hautphysiologischen pH-Wert von 4,8 bis 5,5. Häufig werden Produkte mit „hautidentischem“ bzw. hautneutralen pH-Wert angeboten. Diese weisen einen pH-Wert von 5,5 auf. Doch in der Verbindung mit Wasser, wird auch bei dieser Reinigung der hauteigene pH-Wert verschoben. Die Haut muss im Anschluss an die Reinigung den pH-Wert senken und den Hydrolipidfilm regenerieren. Gesunder Haut gelingt dieses in der Regel auch zügig, erkrankte oder geschädigte Haut benötigt Unterstützung.

Physiologie und Aufbau des Hydrolipidmantels
Der Hydrolipidmantel setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen:

  • einem schwammartigen Gerüst aus dem Keratin der Hornschicht. Dieses ermöglicht die Speicherung der anderen funktionellen Bestandteile des Hydrolipidmantels
  • hydrophilen (wasserliebende) Komponenten (z.B. Natural Moisturizing Factors [NMFs] und weitere Bestandteile des Säureschutzmantels)
  • Salzen und Stoffwechselprodukten der Haut (Harnstoff, Aminosäuren, Milchsäure u.a.)
  • Sebum der Talgdrüsen und anderen Lipiden (freigesetzte Lipide aus Keratinocytenmembranen- während des Verhornungsprozesses)
  • Wasser (aus transepidermaler Verdunstung + Schweißdrüsen)

Die Funktion des pH-Wertes
Der hautphysiologische pH-Wert unterstützt das Wachstum der hauteigenen Mikroflora und trägt dadurch entscheidend zur Gesunderhaltung der Haut bei. Eine gesunde Mikroflora besiedelt die Haut so dicht, das kein Platz für schädliche Keime vorhanden ist, die die Haut schädigen könnten. Die Höhe des pH-Wertes ist ganz entscheidend für die Funktionalität des Hydrolipidfilms. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass der saure pH-Wert die Aktivierung von Enzymen positiv beeinflusst. Je nach Körperregion kann der sich pH-Wert durchaus unterscheiden. In Bereichen mit geringerer Verdunstung und höherer Feuchtigkeit, z.B. Achsel- oder Genitalbereich, liegen höhere pH-Werte im Bereich von 6,5 vor. Dieser Umstand wird als physiologische Lücke bezeichnet.

Der pH-Wert des Hautschutzfilms
Der Hydrolipidmantel weist einen pH-Wert von ca. 5,5 auf. Aufgrund dieses leicht sauren pH-Wertes bezeichnet man ihn auch als Säureschutzmantel. Sein pH-Wert entsteht durch die Zusammenwirkung verschiedener Säuren und Salze, Milchsäure und Aminosäuren. Zusätzlich wird er durch die freien Fettsäuren angesäuert, die durch Abbauprozesse entstehen.

NMF's und ihre Bedeutung für die Haut
NMF ist die Abkürzung für Natural Moisturizing Factor und definiert eine Gruppe von Substanzen, die innerer Bestandteil der Korneozyten der Oberhaut sind und dort Wasser binden. Sie setzen sich aus Bestandteilen von Schweiß, Talg und Produkten des Verhornungsprozesses der Haut zusammen, u. a. organischen Säuren, Salzen, Zuckern und Harnstoff. Der Mangel an NMF führt zur Austrocknung. Durch die Applikation feuchtigkeitsbindener Substanzen können Mangelzustände zum Teil behoben werden und die Haut kann wieder Feuchtigkeit binden.

Lipidanteile im Hydrolipidfilm
Die Lipidkomponente des Hydrolipidmantels besteht aus Fettsäuren, die durch chemische Prozesse der hauteigenen Talgproduktion entstanden sind. Desweiteren aus Lipiden, Ceramiden und Cholesterin. Diese Lipide schützen die obersten Hautschichten vor Austrocknung und sind an der Barrierefunktion beteiligt. Der natürlich Hauttalg unterstützt die eigene Hautflora und glättet die Hautstruktur.

Was passiert, wenn der Hydrolipidfilm zerstört ist?
Wird der Hydrolipidmatel zerstört (z.B. durch häufiges Duschen oder Baden), hat dies drastische Auswirkungen auf die Haut. Der transepidermale Wasserverlust (TEWL) steigt an, die Hornschicht verliert die Fähigkeit, Wasser und Feuchtigkeit zu speichern. Die Folgen sind Elastizitätsverlust und trockene, raue Haut. Hält dieser Zustand an, beginnt die Haut zu jucken, es können längerfristige krankhafte Hautveränderungen auftreten. Bei der Reinigung der Haut mit Seife kommt es zu einer massiven pH-Wert-Verschiebung (bis hin zu pH 9 - 12) und einem kurzzeitigem Verlust des Hydrolipidfilms. Bei einer gesunden Haut regeneriert sich der Hydrolipidfilm innerhalb von 30 bis 200 Minuten wieder. Bleibt diese Verschiebung jedoch längerfristig bestehen, kann es zu Funktionsstörungen der Hautbarriere kommen. Eine Austrocknung der Haut ist möglich und eine Verschiebung der Hautflora zugunsten pathogener Keime kann entstehen. Dadurch werden Infektionen begünstigt.

Die AESTHETICO-Reinigungs-Produkte haben einen niedrig eingestellten pH-Wert. Sie helfen der Haut, sich schnell zu regenerieren. Außerdem verfügen sie über weitere pflegende, nährende auf aufbauende Inhaltsstoffe.

 

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